13.11.2008
Philipp Mißfelder
Für das Kulturgut Film sehr viel getan
Rede zur Fimförderung
23.a) Zweite und dritte Beratung Bundesregierung
Filmförderungsgesetz/5.Änd
- Drs 16/10294,16/10495,16/10833-
23.b) Beratung Beschlussempfehlung und Bericht (22.A)
zum Antrag CDU/CSU,SPD,FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Das deutsche Filmerbe sichern
-Drs 16/8504, 16/10831 -
Herr Präsident!
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen!
Ich habe mir natürlich eine breitere Zustimmung für diesen Gesetzentwurf gewünscht, nachdem wir schon die ganze Zeit konstruktiv diskutiert haben. Offensichtlich haben sich die Grünen aber im falschen Film befunden – Sie haben es ja gerade gesagt, Herr Kollege Wieland –,
(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nicht im falschen! Im ungewohnten! Sie können noch nicht mal zuhören, Herr Mißfelder!)
während sich die Linkspartei in einem ganz anderen Film befindet. Sie versucht zwar, davon abzulenken, indem sie Tatort-Kommissare ins Rennen schickt. Wenn ich Sie aber reden höre, Herr Dr. Bisky, dann denke ich eher an Das Leben der Anderen statt an alles andere.
(Beifall bei der CDU/CSU – Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war ja mit dem Holzhammer!)
Ich möchte ausdrücklich das Zustandekommen des Gesetzentwurfs hervorheben. Wir haben tatsächlich lange und konstruktiv über die routinemäßig anstehende Novellierung diskutiert. Frau Krüger-Leißner, Sie haben bereits gesagt, dass das nicht ohne Diskussionen vonstatten gegangen ist. Ich möchte mich aber ganz herzlich bei Ihnen als SPD-Berichterstatterin bedanken und hervorheben, dass die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Herrn Neumann so erfreulich war, dass ich mich schon jetzt auf die nächste Novellierung freue, die ab dem Zeitpunkt der Verabschiedung ansteht; denn Sie haben bereits ein breites Feld an Aufgaben für die kommenden Jahre aufgezählt.
Ich glaube, es ist notwendig, über das hinaus, was wir zu regeln versucht haben, noch weitere Themen aufzugreifen. Wir reißen einen bestimmten Bereich an, beispielsweise die Frage der Digitalisierung, die Frage des Erhalts des Filmerbes und die Frage der zukünftigen Einbeziehung anderer Medien. Dies betrifft ganz konkret die Frage von Video-on-Demand, wo wir zum ersten Mal einsteigen. Dabei müssen wir aber auch die Frage stellen, ob wir bei der nächsten Novellierung nicht noch weitergehen können.
Im Laufe der Entwicklung des Medienbereichs in den kommenden Jahren wird der Weg des Films zum Zuschauer eine größere Rolle spielen. Deshalb muss dieser Weg einbezogen werden, auch wenn sich starke Interessenvertretungen dagegen aussprechen. Bei der nächsten Novelle wollen wir das Thema noch deutlicher angehen, als wir es bislang angegangen sind.
(Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Richtig!)
Der Film ist ein großes Kulturgut geworden und ist nicht nur wichtig für die deutsche Sprache, sondern auch für das Vermitteln von historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Deshalb ist es gerade in unserem Interesse, dass möglichst viele deutsche Produktionen in Deutschland erfolgreich sind und darüber hinaus natürlich auch international eine Chance bekommen.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Das hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark bewährt. Deshalb gilt ein ausdrücklicher Dank unserem Kulturstaatsminister, der vielfach – dies nicht ganz zu Unrecht – als Filmminister bezeichnet wird. Denn beim Thema Film haben wir es mit einer Bündelung von Maßnahmen, wie zum Beispiel mit dem DFFF und der heute zu beratenden FFG-Novelle, geschafft – auch gemeinsam mit Herrn Steinbrück; das möchte ich gar nicht unterschlagen –, den Film finanziell so gut auszustatten, dass ich mir um den deutschen Film in den kommenden Jahren wenig Sorgen machen muss.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Was die Sicherung des Filmerbes angeht – dies war auch ein wichtiger Punkt in der Diskussion –, so möchte ich zumindest darauf verweisen, dass wir im Rahmen der Neuregelung des Bundesarchivgesetzes auch noch in dieser Legislaturperiode die Möglichkeit haben, in diesem Bereich Erfolge zu erzielen, sodass der Eindruck, der aufgrund des Antrags der Linken entsteht, wir würden hier zu wenig tun, einfach nur trügt. Wir werden dieses Thema in dieser Legislaturperiode hoffentlich noch weiter verfolgen können. Die Diskussion im Rahmen des Kulturausschusses macht mich sehr optimistisch.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Mit diesem Gesetzentwurf würdigen wir nicht nur die Leistungen der Produzenten, die ich besonders hervorheben möchte, also die Leistung derjenigen, die Film vor allem als Wirtschaftsgut darstellen. Deshalb haben wir sie stärker in den Verwaltungsrat der FFA eingebunden, was ich für eine sinnvolle Maßnahme erachte. Und so schaffen wir zumindest auch appellativ den Einstieg in die Diskussion darüber, wie man eine Verbesserung der sozialen Situation der Menschen, die beim Film arbeiten, erreichen kann. Das ist auch ein Wert dieses Gesetzes an sich.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Ich wünsche uns allen viele vergnügliche Kinoerlebnisse mit möglichst vielen deutschen Filmen. Ich wünsche mir auch, dass im Abspann oft der Hinweis zu sehen ist, dass der Film mit von uns bewilligten Mitteln produziert worden ist. Dann können wir zu Recht stolz darauf sein, dass wir für das Kulturgut Film sehr viel getan haben.
Vielen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
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