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Reden im Deutschen Bundestag

Reden im Deutschen Bundestag

22. Rede im Deutschen Bundestag

26.11.2009

26.11.2009

Philipp Mißfelder

Einsatz der See- und Luftstreitkräfte am Horn von Afrika erforderlich
Rede zur Verlängerung des OEF-Einsatzes

 

10.) Beratung Antrag Bundesregierung
Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte bei der Unterstützung der gemeinsamen Reaktion auf terroristische Angriffe gegen die USA auf der Grundlage des Artikels 51 der Satzung der Vereinten Nationen und des Artikels 5 des Nordatlantikvertrags sowie der Resolution 1368 (2001) und 1373 (2001) des Sicherheitsrates der Vereinten
Nationen
- Drs 17/38 -

Herr Präsident!
Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Zunächst möchte selbstverständlich auch ich der Kollegin Buchholz zu ihrer Jungfernrede gratulieren, selbst wenn sie gerade vor Freude erst einmal im Büro anruft.

Frau Kollegin Buchholz, bei vielem hätte ich Ihnen widersprechen können. Aber an einer Stelle möchte ich Ihnen ganz entschieden widersprechen. Ich glaube nicht, dass es in den Deutschen Bundestag gehört, Verschwö­rungstheorien zu verbreiten und so zu tun, als sei der Ur­sprung unserer militärischen Einsätze in dieser Region nicht der 11. September 2001, sondern irgendwelche strategischen Planungen, die Sie gerade skizziert haben. So ein Unsinn!

(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Das gehört in irgendwelche folkloristische Verschwö­rungsbelletristik, die Sie selbst in der schlechtesten Bahnhofsbuchhandlung der Welt nicht finden dürften, aber in den Reden der Linkspartei. Deshalb weise ich das entschieden zurück.

Auch wenn es zum Glück in Europa und in den USA seit einiger Zeit zu keinen Terroranschlägen gekommen ist, bleibt die Bekämpfung des internationalen Terroris­mus eine entscheidende Aufgabe. Diesem Zweck dient der Einsatz, der, wie schon von den Vorrednern skizziert, nicht nur an diesem Ort stattfindet, an dem Deutschland seinen Beitrag leistet. Der Beitrag ist in der Gesamtheit vielmehr in eine Struktur eingebunden. Für die Bundes­wehr ist es wichtig – deswegen nenne ich dieses Argu­ment in dieser Debatte, auch wenn es militärstrategisch erscheint –, in diese Strukturen eingebunden zu sein. Das zu negieren, halte ich für falsch. Wir wissen doch alle, dass die Kooperation verschiedener militärischer Ein­satzformen, sei es der Europäischen Union, sei es der NATO, immer schwierig ist. Insofern ist es für die Bun­deswehr hinsichtlich der Informationsstränge sehr wich­tig, auch dort zusammenzuarbeiten.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Das ist zwar ein fachliches Argument, aber gelegentlich schadet es nicht, fachliche Argumente in einer solchen Debatte zur Kenntnis zu nehmen.

(Omid Nouripour [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ­NEN]: Das ist fachlich falsch!)

Wir stellen zunehmend fest, dass sich der Terrorismus in der Region, in der die Bundeswehr aktiv ist, wie selbstverständlich ausbreitet. Denken Sie an den Jemen oder an die Aktion der saudischen Luftwaffe gegen Auf­ständische in der Region. Allein daraus können Sie ab­leiten, dass wir dort vor großen terroristischen Heraus­forderungen stehen. Ich würde es gerade deshalb als Erfolg bezeichnen, dass wir in den vergangenen Jahren keinen direkten terroristischen Kontakt hatten. Wir se­hen, dass dort, wo Präsenz gezeigt wird, Erfolge eintre­ten und sich der Terrorismus auf dem Rückzug befindet. Das ist ein strategischer Vorteil, den wir nicht unter­schätzen dürfen.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Omid Nouripour [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ­NEN]: Flächendeckende militärische Prä­senz!)

Der Einsatz der See- und Luftstreitkräfte am Horn von Afrika ist und bleibt erforderlich, um Terroristen den Zugang zu Rückzugs- und Aktionsräumen in der Re­gion zu erschweren und damit die Kommunikation in­nerhalb dieser terroristischen Netzwerke zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

Denken Sie nur einmal daran, was in der Region los war, welches terroristische Potenzial dort schlummerte: Im Jahr 2000 hat eine Serie von Anschlägen, unter anderem gegen die USS „Cole“, dazu beigetragen, dass die Anschläge vom 11. September 2001 von den Terro­risten in dieser Region mit vorbereitet wurden, bei denen al-Qaida zum ersten Mal groß in Erscheinung getreten ist. Sie dürfen das große terroristische Potenzial, das in dieser Region herrscht, nicht unterschätzen. Das muss ernst genommen werden.

Die Bundeswehr leistet mit ihren Soldatinnen und Soldaten auch dort – das möchte ich an diesem wichti­gen Tag zum Schluss meiner Rede noch einmal sagen – einen wichtigen Beitrag, den wir nicht unterschätzen dürfen. Ich glaube, dass wir diesen Beitrag aus Gründen der Bündnissolidarität und zur Bekämpfung des interna­tionalen Terrorismus fortsetzen sollten. Deshalb werbe ich um Ihre Unterstützung für diesen Einsatz.

Herzlichen Dank.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)

 

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