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Reden im Deutschen Bundestag

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Rede zu Protokoll

21.01.2009

21.01.2009

 

Philipp Mißfelder

Die Breitbandkluft ist das Problem, nicht mangelndes Interesse oder gar Hemmungen unserer Senioren vor der neuen Technik
Rede zur Stärkung der Medienkompetenz Älterer

 

16.) Beratung Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Medienkompetenz Älterer stärken - Die digitale Kluft schließen
- Drs 16/11365 -

„Die Nutzung des Internets ist keine Frage des Alters, sondern der geistigen Beweglichkeit.“ Mit diesem Zitat unseres ehemaligen Bundestagskollegen und heutigen Bundesvorsitzenden der Senioren-Union Deutschlands, Professor Dr. Otto Wulff, möchte ich hier meine Ausführungen beginnen (www.senioren-union.de, Pressemitteilung, Berlin, 22. Juni 2006). Denn die Generation der sogenannten Silversurfer ist Realität. Das erfahre ich regelmäßig, wenn ich zusammen mit der Senioren-Union Deutschlands und anderen großen Seniorenorganisationen Veranstaltungen mache. Wir haben eine technisch interessierte, den neuen Technologien gegenüber offene ältere Generation in Deutschland. Und es werden jeden Tag mehr Senioren, die das Internet nutzen. Dies bringt schon alleine die Alterung unserer Gesellschaft mit sich. Aber es handelt sich hierbei auch um das große Interesse Älterer, die Möglichkeiten des weltweiten Netzes für Einkäufe, Reisebuchungen oder ganz allgemein nur für den E-Mail-Verkehr mit ihren eigenen Angehörigen zu nutzen.

Davon zu reden, dass Ältere Hemmungen haben, von den Möglichkeiten des weltweiten Netzes Gebrauch zu machen, wie es die Grünen in ihrem Antrag suggerieren wollen, halte ich nach allen Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe, schlichtweg für falsch. Gerade im Umgang mit den neuen Technologien funktioniert nämlich der Zusammenhalt der Generationen. Hier findet ein Austausch von Wissen und Erfahrung, den sich Jüngere zwangsläufig spielerischer aneignen können, von der jüngeren auf die ältere Generation statt.

Man muss sich dazu nur einmal die reinen Zahlen anschauen: Im Durchschnitt sind heute bereits über 40 Prozent der über 50-Jährigen online, wobei dieser Durchschnitt zwangsläufig die regionalen Unterschiede nicht beachtet. Denn in den Stadtstaaten und Ballungsgebieten ist etwa die Hälfte der über 50-Jährigen regelmäßig online und nutzt das Internet.

Das Problem liegt demnach nicht in mangelndem Interesse oder gar Hemmungen Älterer gegenüber der digitalen Welt, sondern das Problem liegt vielmehr darin, dass wir immer noch intensiv daran arbeiten müssen, die digitale Kluft in Deutschland zu schließen. Hier liegen die eigentlichen Ursachen dafür, dass noch immer nicht mehr ältere Menschen regelmäßig das Internet nutzen.

Die Breitbandkluft ist das Problem, nicht mangelndes Interesse oder gar Hemmungen unserer Senioren vor der neuen Technik.

Die unionsgeführte Bundesregierung hat dieses Problem auch erkannt und deshalb im zweiten Konjunkturprogramm beschlossen, den Breitbandausbau in Deutschland massiv voranzutreiben. Es geht jetzt darum, kurzfristig Versorgungslücken in der Fläche zu schließen und den Aufbau von leitungsgebundenen und funkgestützten Hochleistungsnetzen zu forcieren.

Dabei sind die Pläne ehrgeizig, aber auch notwendig, um die digitale Kluft gerade in ländlichen Räumen zu schließen: Bis spätestens Ende 2010 sollen die bislang nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abgedeckt sein. Und bis spätestens 2018 sollen für alle Haushalte in Deutschland Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.

Das sind die richtigen Maßnahmen, um in Zukunft noch mehr ältere Menschen ans weltweite Netz anschließen. Sie sehen also, wir tun etwas. Deshalb lehnen wir auch den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ab. Er ist überholt.

 

 

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